Reisesplitter - Berichte von den Reisehighlights der Canyoncrawler Schluchten, Berge &  Meer Reiseimpressionen aus Südfrankreich  © 2000 - 2011 K. Hannappel-Fein/ F. Fein - Alle Rechte vorbehalten! Tag 7: Menton Unser letzter Urlaubstag ist angebrochen und den möchten wir mit Sightseeing und am Meer verbringen. Von Sospel ist es nicht weit bis zur Küste und wir entscheiden uns für einen Besuch in Menton, da wir die ebenfalls nicht weit entfernten Metropolen Nizza und Monte Carlo schon von anderen Reisen kennen. Von Sospel bis zum 30.000-Einwohner-Städtchen Menton an der Küste sind es 20 km, etwa 30-40 Minuten Fahrt. Im Altertum war Menton Teil des römischen Reiches und in der Neuzeit gehörte es Jahrhunderte lang zum Einflussgebiet des Grafen von Ventimiglia, stand anschliessend von 1146 bis 1346 unter genuesische Herrschaft, ehe es an die monegassischen Grimalids fiel. 1848 rief Menton wegen Steuerstreitigkeiten eine unabhängige Republik aus und letztlich erwarb Napoleon Menton von den Grimaldi. 1861 stimmten die Bewohner von Menton schliesslich für die Zugehörigkeit zu Frankreich. Bis auf eine Episode der Besetzung durch die Italiener während des 2. Weltkrieges, gehört Menton seitdem zu Frankreich. Nach der Zerstörung durch die heftigen Rückeroberungskämpfe 1944 während des Krieges wurde Menton erst in den 60er Jahren wieder aufgebaut und geriet durch die wohlhabenden Italiener die sich in Menton ansiedelten kulturell unter italienischen Einfluss. Die nahe italienische Grenze (Menton ist der östlichste Ort der Cote d’ Azur) und der daraus resultierende starke italienische Einfluss spiegelt sich bis heute im Stadtbild nieder. In der Altstadt von Menton versprühen die pastellfarbenen Häuser italienisches Flair. Nach dem wir mit Glück einen Parkplatz direkt an der Uferpromenade erwischen, machen wir uns auf zum Stadtbummel. Gehen zunächst am weitläufigen Badestrand entlang, erhaschen von der Strandpromenade immer wieder sehr schöne Ausblicke auf die Altstadt von Menton mit dem markanten Turm der Kathedrale Saint Michel. Vor der Kulisse der südlichsten Ausläufer der Seealpen erheben sich pastellfarbene Hotel- und Wohnanlagen. Von Bausünden blieb Menton weitgehend verschont, so fügen sich die Bauten überwiegend stilvoll ins mediterrane Ambiente ein. Menton hat sich heute dem Tourismus verschrieben, trotzdem ist Menton keine verkitschte Touristenmetropole, es hat sich sein Flair bewahrt. Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Wirtschaftskraft von Menton von der Landwirtschaft geprägt, hier wegen der Lage und des günstigen Klimas vor allem vom Zitronenanbau. Noch heute ist die Zitrone das Symbol der Stadt und in den Läden des Ortes wird allerlei rund um die Zitrusfrucht feilgeboten. Bei unserem Bummel gelangen wir schliesslich zum Hafen, dessen trutzige Zitadelle heute ein Museum beherbergt. Bei dem traumhaften Sommerwetter ist uns nicht nach Museumsbesuchen, wir laufen lieber weiter durch den Hafen, wo Motorboote, einige Segler und Yachten vor Anker liegen. Über eine steile Treppe steigen wir schliesslich in die Altstadt hinauf, blicken zurück aufs türkisblaue Meer und flanieren durch die gut besuchten Gassen und geniessen in einem italienischen Strassenlokal eine Pizza und ein Viertel Wein. Leicht angesäuselt setzen wir anschliessend unser Sightseeing in Menton fort. Das Hotel de Ville ist die 1. Adresse der Stadt. Was wir vor Ort für ein Luxushotel hielten, ist tatsächlich das Rathaus der Stadt. Anscheinend war gerade ein Empfang oder eine Hochzeit im Hochzeitssaal. Ein prächtiger Garten spendet Schatten in der heissen Junisonne. Menton ist bekannt für seine subtropischen Gärten, ein Besuch in den prachtvollen, parkähnlichen Anlagen ist allerdings kostenpflichtig und wir streifen lieber noch weiter durch die schmucken Gassen von Menton, landen auf dem Vorplatz der eindrucksvollen Kathedrale von Saint Michel. Sie gilt als die grösste Barockkirche der Region. „Innen könnte mal wieder was restauriert werden“ - ist unsere einhellige Meinung nach dem Besuch dieses Gotteshauses und durch weitere Gassen der Altstadt schlendern wir zurück zur Uferpromenade und nach einem Abschieds-Eis in einem der Strandcafes fahren wir anschliessend über das italienische Ventimiglia, die SS20 und den kleinen Weiler Olivetta San Michele zurück in die Berge nach Sospel wo wir den letzten Urlaubstag mit vielen schönen Erinnerungen bei einer Flasche Wein vor dem Zelt ausklingen lassen. Morgen geht es über die Küstenautobahn und über Mailand, Lugano, Basel zurück in den heimischen Westerwald. Bei der Abreise litten wir, genau wie bei der Anreise, unter extremer Unlust die Kamera auszupacken. Es gibt keine Bilder von der Rückfahrt und der Reisebericht endet daher ziemlich abrupt.

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