+++ www.canyoncrawler.de - www.outdoordreams.de  +++ © 2000 - 2011 K. Hannappel-Fein/ F. Fein - Alle Rechte vorbehalten!  +++ Back Roads Als Back Roads bezeichnet man gemeinhin eine nicht asphaltierte Strasse (unpaved Road). Man unterscheidet dabei zwischen Dirt Roads und Gravel Roads. Die Dirt Roads im Westen der USA bestehen aus dem natürlichen Untergrund des Gebietes - meistens sind es Staub-, Sand-, Lehmpisten oder eine Mischung aus diesen. Sie sind häufig durchsetzt mit Steinen, führen über Felsstufen, winden sich in engen Kehren auf Hochplateaus oder in zerklüftete Canyons hinunter. Sie warten mit heftigen Gefällen und Steigungsstrecken auf, die Querung von Flussbetten ist an der Tagesordnung. Nach starken Regenfällen füllen sich die sonst trocken liegenden Flussläufe und überfluten Teile der Strasse, das von überall herbei schiessende Wasser unterspült die Fahrbahn, wäscht sie weg. Niederschläge verwandeln die Dirt Roads in Schlammpisten, hinterlassen tiefe Furchen, Spalten und Rinnen. Selbst mit geländegängigen Allradfahrzeugen sind sie in diesem Zustand kaum mehr befahrbar. Die Gravel Roads kann man am ehesten als geschotterte Strassen oder Pisten sehen. Den verdichteten, natürlichen Untergründen der Fahrbahn wurde eine Auflage aus Kies, Schotter oder sonstigem losen Material verpasst. Gravel Roads sind häufig zweispurig ausgebaut und in wenig besiedelten Gebieten weit verbreitet. Aufgrund der Schotterauflage sind sie auch nach Regenfällen normalerweise noch befahrbar. Für einige Gravel Roads ist aufgrund unebenen, zerfurchtem Geländes ein Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit erforderlich. In ländlichen Gebieten und in der Nähe von Farmen findet man  häufig Weidegatter und Viehroste (metallene oder hölzerne Rippen Gitter im Boden, die den Aktionsradius freilaufender Viehherden eindämmen). Weidegatter sollte man so hinterlassen, wie man sie vorgefunden hat (geschlossen oder offen). Der Reiz der Back Roads liegt in der natürlichen Schönheit und Einzigartigkeit der Landschaften, die von den Strassen berührt werden. Sie führen zu atemberaubenden Naturschönheiten, geformt von der Kraft des Wassers, des Windes und den wechselnden Einflüssen der Jahreszeiten über lange Perioden. Ein klassisches Gebiet für Backroad Fahrten ist das Grand Staircase-Escalante National Monument, das mit einer ganzen Anzahl von Back Roads aufwarten kann, die zu den unglaublichsten Felsformationen und sonstigen Naturspektakeln führen. Die bekanntesten sind die Cottonwood Canyon Road und die Hole-in-the-Rock Road. Das von Bill Clinton 1996 ausgerufene National Monument ist mit seinen 1,9 Millionen Acres (7689 km²)der grösste Park im Südwesten der Vereinigten Staaten. Es verbindet die Areale zwischen dem Bryce Canyon National Park im Westen, dem Capitol Reef National Park im Osten und der Glen Canyon National Recreation Area im Südosten. Der Name leitet sich von der geologischen Formation des Grand Staircase (grosses Treppenhaus) ab. Das Monument schützt das Gebiet der kontinentalen Vereinigten Staaten, das durch seine Unzugänglichkeit und Abgeschiedenheit zuletzt kartographiert wurden. Zur Zeit liegen die Besucherzahlen des National Monument noch deutlich unter 1 Million, und das obwohl einige der spektakulärsten Landschaften des Südwestens im Grand Staircase zu finden sind. Die touristische Infrastruktur ist, trotz der neuen Visitor Centre in Caineville und Escalante, noch rudimentär. Die Ortschaften am Highway 12, der das Monument im Norden berührt, liegen noch im Dornröschenschlaf. Erst ganz allmählich steigen die Besucherzahlen. Die meisten Touristen eilen immer noch auf der Fahrt von Moab zum Bryce Canyon am Grand Staircase und seinen Naturschönheiten vorbei. Reisende mit einer Vorliebe für atemberaubende Naturphänomene sollten dem Gebiet jedoch mehr Aufmerksamkeit schenken und mehr wie eine Nacht zwischen Moab und Bryce Canyon verweilen. Am bereits erwähnten Highway 12 findet man im Norden des Monuments die Kleinststädte Tropic, Escalante und Boulder, im Süden führt der Highway 89 von Kanab ostwärts nach Page. Die beiden Highways werden von drei Dirt Roads verbunden, den Hauptverkehrsadern, die das Monument in Nord-Süd-Richtung erschliessen. Eine weitere Dirt Road führt von Norden in das Monument und endet an einem Aussichtspunkt hoch über dem Lake Powell in der Glen Canyon National Recreation Area. Dazu führt der grossteils asphaltierte Burr Trail von West nach Ost, vom Städtchen Boulder bis an die Grenze des Captiol Reef National Park, wo sich die zuvor gute asphaltierte Strasse in eine staubige Dirt Road verwandelt und als Notom Bullfrog Road Nordwärts zum Highway 24 oder Südwärts zur Bullfrog Marina in der Glen Ganyon N.R.A. führt. Auch das Outdoor-Mekka Moab kann mit unzähligen Back Roads aufwarten, die zu nicht minder spektakulären Sandsteinlandschaften führen. Das Gebiet des neu ausgerufenen Paria Canyon Vermillion Cliffs National Monument ist ebenfalls mit tollen Back Roads durchzogen, die der Ausganspunkt zu solch grandiosen Landschaften wie den Coyote Buttes sind, in dessen Nordabschnitt ein beliebtes Felswunder liegt, The Wave. Ein weiteres grossartiges Revier für Back Road Fahrten sind die National Parks Canyonlands und Capitol Reef sowie die südliche San Raffael Swell, die von der Hauptroute, der Temple Mountain Road erschlossen wird, von der zahlreiche Nebenpisten mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad abzweigen. Back Roads bieten auch heute noch ein Gefühl von Abenteuer und Weite, das man auf den asphaltierten Highways nur selten in der Intensität wahrnehmen kann. Ein geländegängiges SUV, am besten mit zuschaltbarem Allradantrieb ist das beste Rüstmittel für Fahrten ins Backcountry. Diese sollte man stets gut ausgerüstet antreten, mit vollem Tank, unversehrten Reifen, Ersatzrad und passendem Werkzeug. Wasser und Verpflegung für mind. 3 Tage sollte man ebenfalls an Bord haben.
“We must go beyond textbooks, go out into the bypaths and untrodden depths of the wilderness and travel and explore and tell the world the glories of our journey.” (John H. Franklin, US-amerik. Historiker)